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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in einer etwas kürzeren Ausgabe unseres Newsletters informieren wir Sie über Neuigkeiten aus Klinik und Forschung: Unser Schwerpunkt liegt diesmal auf Lithium sowie Vagusnervstimulation für Patient*innen mit therapieresistenter Depression. Details können Sie unten nachlesen.

Außerden möchten wir Sie auf unsere nächste Mind Matters-Veranstaltung hinweisen: Morgen, am 5. Mai, erklärt Biologe und Forschungsgruppenleiter Mathias Schmidt die biologischen Grundlagen von Stress für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Mehr Informationen finden Sie rechts.


Mit vielen Grüßen

Prof. Dr. Peter Falkai
Ärztlicher Direktor

Dr. Dr. Florian Raabe
Leitender Oberarzt
EVENTS AM MPI:

Mind Matters: Biologische Grundlagen von Stress
Dienstag, 5.5.2026
18:30 - 19:30 Uhr
Online-Vortrag mit Forschungsgruppenleiter Mathias Schmidt.
Alle Infos hier!

Inhalt

1. Patient*innenrekrutierung für Lithium-Studie
2. Angebote zu invasiver und nicht-invasiver Vagusnervstimulation
3. Translationale Forschung: Beispiel Vagusnervstimulation
4. Unsere Core Unit-Leiterin bei Heimspiel Wissenschaft
5. Neues aus der Forschung

Proband*innen für Lithium-Studie gesucht

Bei therapieresistenter Depression kann die Gabe von Lithium die Wirksamkeit von Antidepressiva verstärken. Rund 40 Prozent der Patient*innen profitieren davon. Um vor Beginn der Therapie zu wissen, wer auf die Ergänzung mit Lithium ansprechen wird, will das Team der DECIDE-Studie um Ärztin Dr. Laura Fischer und Leitenden Oberarzt Dr. Dr. Florian Raabe die prädiktiven Faktoren für das Ansprechen auf Lithium genauer untersuchen.

Dazu braucht das Team Unterstützung von Betroffenen: Die Studie richtet sich an stationäre, teilstationäre und ambulante Patient*innen mit einer therapieresistenten Depression, bei denen eine Therapie mit Lithium geplant ist. Haben Sie Patient*innen, die Interesse an einer Studienteilnahme haben? Dann kontaktieren Sie das Studienteam unter decide@psych.mpg.de.

Detaillierte Informationen zum Studienablauf und den Einschlusskriterien finden Sie auf unserer
Website.

Ein KI-animiertes Bild zeigt eine junge Frau im Seitenprofil. Sie hält ein Gerät zur Vagusnervstimulation in der Hand, welches mit ihrem Ohr verbunden ist.

Angebote zu invasiver und nicht-invasiver Vagusnervstimulation

Ein Foto des Tagklinik-Raums: Ein heller Raum mit vielen bunten Sesseln, die im Kreis aufgestellt sind.

Vagusnerv-Stimulation: Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie ist das einzige Zentrum in Oberbayern, das Patient*innen mit einem implantierten Vagusnervstimulator behandelt. Diese Methode kann schwer depressiven Patient*innen helfen, die auf andere Therapien nicht ansprechen.

Forschung: Ziel der AddVNS-Studie ist es, die Mechanismen der nicht-invasiven, transkutanen Stimulation des Vagusnervs am Ohr zu verstehen. Diese Methode ist einfach anzuwenden und hat geringe Nebenwirkungen, jedoch fehlen bisher qualitativ hochwertige Studien.

Kontakt: Dr. Iven-Alex von Mücke-Heim, iven_muecke-heim@psych.mpg.de

Translationale Forschung:
Beispiel Vagusnervstimulation

Im Fokus unseres Instituts steht die translationale Forschung: Grundlagenforschung, klinische Forschung und Patient*innenversorgung ermöglichen uns, Fragestellungen aus der Klinik wie aus der Forschung zusammenzubringen und zum Wohl der Patient*innen zu implementieren. Ein Beispiel hierfür ist die Forschung zur Vagusnervstimulation. Clinician Scientist Evangelos Kokolakis, Ronja Brinkmann, Doktorandin in der Forschung, und Postdoc Federica Cruciani aus der Grundlagenforschung (im Bild von links nach rechts) sprechen über ihre Projekte.

Ein KI-animiertes Bild zeigt eine junge Frau im Seitenprofil. Sie hält ein Gerät zur Vagusnervstimulation in der Hand, welches mit ihrem Ohr verbunden ist.

Sie alle beschäftigen sich mit der Vagusnervstimulation (VNS). Woran forschen Sie genau?

FC: Ich arbeite mit gesunden Mäusen und Mausmodellen mit depressionsähnlichen Symptomen. Hier untersuche ich Veränderungen im Gehirn sowie im Verhalten während invasiver und nicht-invasiver VNS.

RB: Ich untersuche die akuten Auswirkungen der transkutanen tVNS bei gesunden menschlichen Proband*innen. Wie Federica beobachte ich Veränderungen in der Aktivierung des Gehirns mittels fMRT sowie körperliche Signale wie die Herzfrequenz. Ich interessiere mich besonders für Gehirn-Körper-Interaktionen.

EK: In unserer Studie geht es um die Auswirkungen der aurikularen, transkutanen tVNS bei depressiven Patient*innen. Wir interessieren uns für den Mechanismus hinter den positiven Effekten von VNS, die schon in mehreren Studien gezeigt wurden. Wir sammeln Daten zu Symptomen, Immunparametern, Mikrobiom sowie aus bildgebenden und physiologischen Untersuchungen wie z. B. fMRT und Pupillometrie.

Beobachtungen in der klinischen Praxis führten also zu Studien auch in der Grundlagenforschung?

EK: Genau. Die invasive VNS ist seit über 20 Jahren zugelassen zur Behandlung von therapieresistenten Depressionen und Epilepsie, es handelt sich also nicht um eine neue Therapie – ihr Wirkmechanismus ist jedoch weiterhin nicht vollständig geklärt.

FC: Es gibt Subgruppen von Patient*innen, die offenbar besser auf die VNS ansprechen als andere, wir wissen aber nicht, wer zu welcher Gruppe gehört. Unser gemeinsames Ziel ist es, Biomarker zu finden, hohe Entzündungsmarker zum Beispiel, die uns zeigen, wer von der VNS profitieren wird.

Wie sieht ihre Zusammenarbeit aus?

RB: Wir haben vor allem in der Planungsphase unserer Studien zusammengearbeitet: Wir haben bewusst ähnliche Messungen gewählt, wie Pupillometrie und fMRT-Messungen, und haben ähnliche Stimulationsprotokolle. Das wird es uns erleichtern, die Ergebnisse zu vergleichen sobald unsere Projekte abgeschlossen sind.

Unsere Core Unit-Leiterin bei
Heimspiel Wissenschaft

Mit dem Format Heimspiel Wissenschaft, organisiert von der Kommunikationsagentur con gressa, bringen Wissenschaftler*innen aus ländlichen Regionen ihre Forschung zurück in ihre Heimatorte. So soll Wissenschaft für alle greifbar gemacht werden. Im Januar hat Maria Holzapfel, Leiterin der Core Unit Virusproduktion, in ihrer Heimat Langerringen bei Landsberg am Lech über ihre Arbeit am MPI gesprochen. Wir freuen uns, an dieser Veranstaltungsreihe teilgenommen zu haben.

Ein KI-animiertes Bild zeigt eine junge Frau im Seitenprofil. Sie hält ein Gerät zur Vagusnervstimulation in der Hand, welches mit ihrem Ohr verbunden ist.

Neues aus der Forschung

Studie zeigt: Depression und Psychose unterscheiden sich früh im Körper

Projektgruppenleiter Dr. Dr. David Popovic und PhD-Studentin Clara Weyer konnten in einer neuen Studie zeigen, dass sich Depression und Psychose schon in den frühen Krankheitsphasen durch Immunmarker und Veränderungen der Gehirnstruktur klar voneinander unterscheiden.

Untersucht wurden dafür junge Patient*innen sowie gesunde Kontrollpersonen, unter anderem mithilfe von Blutanalysen und MRT-Aufnahmen des Gehirns. Dabei zeigte sich auch, dass bei früher Psychose Hinweise auf eingeschränkte kognitive Fähigkeiten auftreten können – bei Depression jedoch nicht.

Diese Ergebnisse könnten helfen, beide Erkrankungen künftig früher und genauer zu unterscheiden. Langfristig könnten so gezieltere und individuellere Behandlungen entwickelt werden, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.

Weiterlesen (oder links klicken, um das Video auf Instagram zu sehen)

Bilderquellen
Titelbild: © kai otto architekten
Bild 1: © ksyfffka07 for Pixabay

Bild 2: © MPI Psychiatry, erstellt mit KI
Bild 3: © MPI für Psychiatrie
Bild 4: © MPI für Psychiatrie

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