Sie alle beschäftigen sich mit der Vagusnervstimulation (VNS). Woran forschen Sie genau?
FC: Ich arbeite mit gesunden Mäusen und Mausmodellen mit depressionsähnlichen Symptomen. Hier untersuche ich Veränderungen im Gehirn sowie im Verhalten während invasiver und nicht-invasiver VNS.
RB: Ich untersuche die akuten Auswirkungen der transkutanen tVNS bei gesunden menschlichen Proband*innen. Wie Federica beobachte ich Veränderungen in der Aktivierung des Gehirns mittels fMRT sowie körperliche Signale wie die Herzfrequenz. Ich interessiere mich besonders für Gehirn-Körper-Interaktionen.
EK: In unserer Studie geht es um die Auswirkungen der aurikularen, transkutanen tVNS bei depressiven Patient*innen. Wir interessieren uns für den Mechanismus hinter den positiven Effekten von VNS, die schon in mehreren Studien gezeigt wurden. Wir sammeln Daten zu Symptomen, Immunparametern, Mikrobiom sowie aus bildgebenden und physiologischen Untersuchungen wie z. B. fMRT und Pupillometrie.
Beobachtungen in der klinischen Praxis führten also zu Studien auch in der Grundlagenforschung?
EK: Genau. Die invasive VNS ist seit über 20 Jahren zugelassen zur Behandlung von therapieresistenten Depressionen und Epilepsie, es handelt sich also nicht um eine neue Therapie – ihr Wirkmechanismus ist jedoch weiterhin nicht vollständig geklärt.
FC: Es gibt Subgruppen von Patient*innen, die offenbar besser auf die VNS ansprechen als andere, wir wissen aber nicht, wer zu welcher Gruppe gehört. Unser gemeinsames Ziel ist es, Biomarker zu finden, hohe Entzündungsmarker zum Beispiel, die uns zeigen, wer von der VNS profitieren wird.
Wie sieht ihre Zusammenarbeit aus?
RB: Wir haben vor allem in der Planungsphase unserer Studien zusammengearbeitet: Wir haben bewusst ähnliche Messungen gewählt, wie Pupillometrie und fMRT-Messungen, und haben ähnliche Stimulationsprotokolle. Das wird es uns erleichtern, die Ergebnisse zu vergleichen sobald unsere Projekte abgeschlossen sind.